Juliane Kleemann (SPD):
Ich mache es kurz, weil bereits vieles gesagt wurde. - Ich weiß nicht, wer von Ihnen regelmäßig auf der Homepage bzw. in der Mediathek des ZDF unterwegs ist. Dort gibt es die Sendung „Duell der Gartenprofis“. Während der Rede der Kollegin Eisenreich ist mir das eingefallen. In der Sendung kann man viel über das Herstellen schöner Gärten lernen.
Ich gebe zu, ich habe versucht, mir Ideen für meinen eigenen Garten einzuholen. In den Folgen, die ich gesehen habe, wurde jedoch auf die Frage, wie wir Wildtiere in den neu hergestellten Gärten eigentlich beherbergen können, nicht aufgegriffen. Das wird in der Sendung nicht gezeigt.
Warum sage ich das hier an dieser Stelle? - Das Thema, wie wir kleine Tierarten und Wildtierarten schützen, betrifft nicht unbedingt Projekte und Förderungen, sondern bezieht sich auf das Bewusstsein und die Wahrnehmungsprägung sowie auf die Bildung.
Damit bin ich bei einem weiteren Thema, der Lichtverschmutzung. In Stendal ergab sich vor vielen Jahren die Frage, ob wir den Stendaler Dom von außen beleuchten. Ich habe mich vehement dagegen eingesetzt, was viel Ärger in der Nachbarschaft auf mich und auf meine Familie gezogen hat. Warum bin ich dagegen? - Weil der Stendaler Dom und seine Domtürme eine Herberge für Turmfalken sind.
Wenn wir den Dom nachts beleuchten würden, dann würden die Turmfalken, die dort leben und unter anderem dafür sorgen, dass es um den Stendaler Dom nicht so viele Tauben gibt - das ist gut für viele Anwohnerinnen und Anwohner - Probleme bekommen. An dieser Stelle streitet sich die ästhetische Wahrnehmung und das, von dem wir meinen, dass es schick ist, mit der Frage, was eigentlich richtig und wichtig für Wildtiere ist.
An dieser Stelle, so glaube ich, können wir mehr machen als über Projekte und über neue Leitfäden. Wir sollten eher das stärken, was wir in Teilen schon haben, nämlich die Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie die verbale Unterstützung von Organisationen, Angeboten und Vereinen, die bereits vorhanden sind. Zu verweisen sind auf die Aktivitäten der SUNK. Sie führt Schulklassen am Grünen Band an eine naturnahe Bildung heran usw. Zu nennen sind auch die Entdeckerklassen.
Viele Vorrednerinnen und Vorredner haben bedauert, kein Geschenk für Herrn Aldag zu haben. Ich glaube, Herr Aldag braucht an dieser Stelle auch kein Weihnachtsgeschenk.
(Guido Kosmehl, FDP: Oh!)
Aber ist das Weihnachtsfest nicht eine gute Gelegenheit, den Vereinen und Institutionen, die heute schon aktiv beim Schutz für kleine Wildtiere tätig sind, eine Spende zukommen zu lassen? Dann hätte dieser Antrag, der mit vielen Sachargumenten inhaltlich ziemlich zerpflückt worden ist, doch sein Ziel nicht verfehlt.
Insofern lautet meine Aufforderung, meine Damen und Herren, Kolleginnen und Kollegen: Wenn Ihnen der Artenschutz wichtig ist, wenn Ihnen die kleinen Wildtiere wichtig sind, dann finden Sie garantiert online den einen oder anderen Akteur in diesem Bereich, der sich über eine Spende freut. - Vielen Dank.