Ulrich Thomas (CDU):
Wie viele Minuten, Frau Präsidentin?
Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:
14 Minuten.
Ulrich Thomas (CDU):
14 Minuten.
(Oliver Kirchner, AfD: 14 Minuten, das schaffst du gerade so! - Guido Kosmehl, FDP, lacht - Zuruf von der CDU: Ach, nein!)
Gut. Ich kündige an, ich halte mich den Umständen entsprechend kurz, so gut es geht.
Ich habe in meinem ersten Debattenbeitrag schon angekündigt, dass wir heute eine Debatte erleben werden, die sehr emotional ist. Aber das ist auch gut so bei diesem Thema, weil es ja einfach alle betrifft. Das ist klar, da kann auch jeder mitreden. Aber ich habe auch gesagt: Hier trifft Physik auf politische Wunschträume. Und die politischen Wunschträume sitzen links.
Wenn mir also Frau Frederking heute erzählt hat, die Gasspeicher, die wir schon haben, reichen aus, um Dunkelflauten zu bewältigen,
(Guido Kosmehl, FDP: Und Biomethan! - Jan Scharfenort, AfD, lacht)
wenn mir die Linke-Fraktion erklärt, Dunkelflauten sollten nicht dramatisiert werden, die sind beherrschbar, dann haben Sie meinem Redebeitrag scheinbar irgendwie nicht folgen können, als ich das beschrieben habe.
(Dorothea Frederking, GRÜNE: Was haben Sie denn durchgerechnet als Physiker?)
Ich wünsche es uns nicht, dass wir im Kalten und im Dunkeln sitzen. Aber ich wünsche es Ihnen, dass Sie dann rechtfertigen müssen, wie es so weit kommen konnte. Denn Sie haben davon geredet: So etwas wird uns nie passieren, meine Damen und Herren.
(Dorothea Frederking, GRÜNE: Wer ist denn hier Physiker, Herr Thomas? - Oliver Kirchner, AfD, lachend: Wer ist denn hier Physiker!)
Und wir haben ihn heute wieder gesehen, den grünen erhobenen Moralfinger,
(Olaf Meister, GRÜNE: Was?)
als uns erklärt wurde, es wäre alles gar nicht so schlimm und wir wären nach hinten gewandt.
(Olaf Meister, GRÜNE: Ja!)
Ich hätte mich gefreut, wenn Sie, Herr Meister, oder jemand aus Ihrer Fraktion uns einmal erklärt hätte: Die Hälfte des deutschen Stromreportes im Jahr 2024 kam aus Frankreich. Frankreich macht zum größten Teil in Atomstrom. Aber da fragen Sie nicht, wohin denn der französische Atommüll geht. Das interessiert Sie nicht.
(Olaf Meister, GRÜNE: Doch, doch, klar!)
In dem Moment, in dem der französische Strom über die Grenze nach Deutschland kommt, ist es auf einmal sauberer Strom; denn er ist ja nicht von uns fabriziert worden. Das ist unehrlich, meine Damen und Herren. Deswegen sollten Sie die Diskussion ehrlich führen, aber nicht so verklärend. Die Leute wissen nämlich, dass das so nicht funktionieren kann.
(Olaf Meister, GRÜNE: Aha!)
Dann möchte ich noch etwas zu Herrn Roi sagen, zu seinem Beitrag, der ja für sein CDU-Bashing sehr bekannt ist. Das kann man so machen. Wissen Sie, Herr Roi, ich komme aus dem Harz. - Nun ist er nicht da, dann kann man es ihm vielleicht sagen.
(Daniel Roi, AfD: Doch! Hier bin ich!)
- Ach, da. Entschuldigung, das habe ich nicht gesehen. - Wissen Sie, ich komme aus dem Harz und wir wandern sehr gern. Manchmal sind es weniger, manchmal mehr, manchmal sind wir eine ganze Wandergruppe. Und in der Wandergruppe haben wir so verschiedene Typen, die da mitwandern. Da sind die, die sich freuen, das sind die, die sich führen lassen und da ist auch jemand dabei, der den Weg kennt.
Und dann sind die dabei, die immer meckern, wenn mal der falsche Weg eingeschlagen wurde, die meckern, wenn der Wanderweg nicht so gut ist, die meckern, wenn die Sonne nicht scheint, die meckern, wenn der Proviant nicht gut ist, die meckern, wenn nichts zu trinken da ist, und die auch meckern, wenn die Gaststätte nicht geöffnet hat. Und genau so ein Typ sind Sie.
(Lachen und Zustimmung bei der CDU - Zuruf von Siegfried Borgwardt, CDU - Lothar Waehler, AfD: Nein! Das ist Quatsch! - Zurufe von Frank Otto Lizureck, AfD, und von Daniel Roi, AfD)
Wissen Sie, warum Sie so ein Typ sind?
(Zurufe von der AfD)
Weil Sie immer nur am Meckern sind und Sachen beschreiben, die wir alle kennen. Einen Lösungsvorschlag habe ich von Ihnen nicht gehört.
(Lothar Waehler, AfD: Sie haben keine Vorschläge!)
Und genau deswegen, weil Sie keine Lösungsvorschläge haben, werden Sie dieses Land auch nicht regieren können. Wie wollen Sie es denn machen? Nur mit Meckern kann man nicht regieren.
(Zustimmung bei der CDU)
Glauben Sie mir, wir werden dafür kämpfen, das zu vermeiden.
(Zustimmung bei der CDU - Frank Otto Lizureck, AfD: Wir haben vorhergesagt, dass der Weg falsch ist! - Olaf Meister, GRÜNE, lacht)
Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:
Vielen Dank, Herr Thomas. - Wir sind damit am Ende der Aussprache und auch am Ende dieses Tagesordnungspunktes und führen jetzt im Präsidium einen Wechsel durch.