Elke Simon-Kuch (CDU):
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Schon die beiden ersten Redebeiträge haben gezeigt, dass wir hier über ein Thema diskutieren, das für unser Land wirklich extrem relevant ist. Es geht nämlich um die jungen Menschen.
Nachdem wir jetzt hier ganz viel über Studenten gehört haben, würde ich gern den Blick einmal wieder etwas auf das Thema duale Ausbildung richten.
(Zustimmung von Sandra Hietel-Heuer, CDU, und von Thomas Keindorf, CDU)
Denn wir wissen alle, mit aktuell 20 000 Azubis in Sachsen-Anhalt ist das wirklich ein absolutes Erfolgsmodell, um das uns viele Länder beneiden. Als Unternehmerin, die selbst seit 25 Jahren ausbildet, weiß ich aber auch, wie schwierig es ist, überhaupt einen passenden Lehrling oder ein Lehrlingsmädchen zu finden. Wenn du dann jemanden gefunden hast, dann freust du dich natürlich. Wenn dann aber die Person vor dir sitzt und sagt: Wenn ich Blockunterricht habe, aus Weißenfels komme und vielleicht nach Salzwedel oder woandershin muss, wo soll ich denn dann dort wohnen? Wenn die nichts finden, dann kann es sein, dass genau an dieser Frage die Ausbildung bereits scheitert, bevor sie überhaupt begonnen hat. Das ist ein Punkt, liebe Kolleginnen und Kollegen, den wir wirklich pragmatisch angehen müssen,
(Zustimmung bei der CDU)
damit wir dieses Erfolgsmodell duale Ausbildung behalten.
Wir haben als CDU die jungen Leute und die Unternehmen im Blick. Deshalb schlagen wir drei sehr konkrete Punkte vor, die wir an den Richtlinien „Junges Wohnen“ verändern sollten. Das ist einmal das Thema Eigenanteil. Wir wissen alle, dass 40 % für Kommunen einfach nicht zu leisten sind. Als Kreisrätin kenne ich das. In der Schulplanung wissen wir, welche Bindefristen dort gelebt werden. Die Bindefrist von 25 Jahren ist sehr lang. Deshalb schlagen wir als zweiten Punkt vor, diesbezüglich auf 15 Jahre herunterzugehen.
Es ist natürlich auch wichtig, dass in den Anträgen das temporäre Wohnen und vor allen Dingen auch Träger von Berufsschulen antragsberechtigt sind. Wenn wir all das zusammenpacken, dann - dabei bin ich mir sehr sicher , dann wird es auch gelingen, dass wir die Richtlinien „Junges Wohnen“ so ausschöpfen, wie das in anderen Bundesländern schon sehr gut gelingt.
Ich freue mich, dass wir das hoffentlich konstruktiv und kreativ diskutieren, und zwar federführend im Ausschuss für Infrastruktur und Digitales und mitberatend in den Ausschüssen für Bildung sowie für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt.
(Hendrik Lange, Die Linke: Oh!)
Ich bitte um eine entsprechende Überweisung und danke Ihnen herzlich für Ihre Aufmerksamkeit.