Susan Sziborra-Seidlitz (GRÜNE):
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn man die Zielvereinbarung 2025 bis 2029 zwischen der Landesregierung und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg liest, dann stellt man fest, alles, was Die Linke heute hier fordert, ist bereits mit den Universitäten in Sachsen-Anhalt vereinbart worden. Der Minister hat es schon gesagt. Die generalisierte Studieneingangsphase für Sekundarschule und Gymnasium steht schon darin. Der Modellstudiengang Primarstufe mit Förderschwerpunkt steht auch darin. Man könnte also freundlich sagen, dieser Antrag ist ambitioniert, aber überflüssig. Wahrscheinlich hätte die Zielvereinbarung gereicht. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg weiß ja selbst am besten, wie sie ihre eigenen Konzepte umsetzen kann. Diesen Antrag hätte es nicht unbedingt gebraucht, aber er schadet auch nicht unbedingt. Deshalb werden wir das will ich ankündigen zustimmen.
Liebe Linksfraktion, wenn man neue Wege für die Lehrkräftebildung gehen will, dann kann und darf es nicht nur um die Martin-Luther-Universität in Halle gehen. Auch an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg gibt es ein Lehramtsstudium, und das ist wichtig, gerade im Hinblick auf die Gewinnung von Nachwuchslehrkräften für den Norden in Sachsen-Anhalt.
(Beifall bei den GRÜNEN)
Irgendwie scheint das in Ihrem Antrag völlig vergessen worden zu sein. Auch an der Uni Magdeburg kann und soll man bei der Lehrkräfteausbildung neue Modelle auf den Weg bringen, wie es Ihr Antragstitel so schön ausdrückt. Ich verstehe das, ehrlich gesagt, gar nicht, warum Sie die Einführung der generalisierten Studieneingangsphase nur auf die Uni Halle beziehen, nicht aber auch auf die Uni in Magdeburg. Das ergibt für mich wenig Sinn.
Für uns GRÜNE ist das Entscheidende an der neuen Zielvereinbarung, dass damit der Weg frei ist für die Einführung des Stufenlehramts. Das unterscheidet uns dann doch von der FDP. Die Landesregierung muss diesen Weg nur endlich einmal gehen. Wir GRÜNEN fordern schon lange, dass Lehrkräfte künftig in einem schulstufenbezogenen Lehramt ausgebildet werden und nicht mehr nach Schulformen; denn Lehrkräfte unterrichten Kinder und Jugendliche und keine Schulform.
(Guido Kosmehl, FDP: Es gibt aber den Einheitsschüler nicht! Darum brauche ich auch keinen Einheitslehrer! Mann!)
Die Ausbildung muss sich an pädagogischen Standards und an den Bedürfnissen der Schülerinnen orientieren und nicht an veralteten Strukturen. Wir kämpfen dafür, dass durch die Kombination des Grundschullehramts mit dem Lehramt für Sonderpädagogik in einem Primärstufenlehramt mehr Inklusion in der Grundschule vorbereitet wird. Wir setzen uns dafür ein, dass das Lehramt bedarfsgerecht, kindgerecht und nach modernen pädagogischen Standards neu strukturiert wird.
(Dr. Lydia Hüskens, FDP: Ist bedarfsgerecht eigentlich!)
Natürlich stimmen wir der Überweisung zu. - Vielen Dank.