Elrid Pasbrig (SPD):
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen. Im Oktober letzten Jahres wurde der Antrag der Fraktion Die Linke in den Landtag eingebracht und heute liegt uns die Beschlussempfehlung des zuständigen Ausschusses vor. Diese betont sowohl die ökologische Verantwortung als auch die wirtschaftliche und soziale Dimension der Forstwirtschaft.
Zur Beschlussempfehlung möchte ich folgende Schwerpunkte setzen: Situation der Beschäftigten, Ausbildung von Forstarbeitern und Forstwirten sowie künstliche Intelligenz und die Frage, wie diese Themen zusammenhängen.
Die Beschäftigten in der Forstwirtschaft und in der Forstverwaltung leisten mit ihrer Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag für die Zukunft unseres Waldes. Doch zugleich wissen wir, wir haben immer weniger Personal, und Nachwuchs zu finden ist auch nicht ganz einfach. Schon heute fehlen uns Fachkräfte und die Altersstruktur zeigt, in den kommenden Jahren werden viele Beschäftigte ausscheiden. Selbst wenn wir durch attraktive Arbeitsplätze, gute Löhne und sichere Bedingungen neue Leute gewinnen, wird uns die demografische Entwicklung Grenzen setzen. Bis zum Jahr 2040 wird die sachsen-anhaltische Bevölkerung um mehr als 10 % schrumpfen. Insbesondere werden wir das in den ländlichen Regionen merken. Diese Entwicklung wird sich natürlich auch in Forstämtern und Ausbildungsstätten widerspiegeln. Wir müssen also Wege finden, mit weniger Personal mehr zu leisten.
Forstberufe sind heutzutage Hightech-Berufe. Neben Motorsäge, Hacke und Schaufel gehören Drohne, Sensorik, Datenanalyse und ökologische Planung längst zum Alltag. Wer junge Menschen also gewinnen will, muss ihnen zeigen, dass Forstwirtschaft Zukunftsarbeit für Klima, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zugleich ist.
Ein Schlüssel, um mit weniger Menschen mehr Wald zu schaffen, sind neue Technologien. Die Beschlussempfehlung fordert ausdrücklich den Einsatz neuer KI-gestützter und hochtechnologischer Systeme. Künstliche Intelligenz kann unsere Forstleute entlasten, Abläufe beschleunigen und unseren Wald schützen. Über Satellitenfotos kann man erkennen, wo sich gesunde Bestände befinden, wo Totholz anfällt oder wo Flächen bereits beräumt sind. Mithilfe künstlicher Intelligenz können diese Bilder ausgewertet werden.
In europäischen Verbundprojekten wird an Möglichkeiten gearbeitet, um aus der Ferne roboter- und KI-unterstützt Forstschädlinge frühzeitig zu erkennen, ihr Auftreten zu überwachen und Daten für eine effektive Bekämpfung bereitzustellen.
Zudem werden Drohnen mit Sensoren zur Bewertung der Pflanzengesundheit getestet. Außerdem gibt es Projekte, die daran arbeiten, dass Waldbrände schon in der Entstehung erkannt werden können. Kleinste Brandherde werden von Drohnen gemeldet, bevor sich Feuer ausbreiten können. Das schützt Mensch, Tier und Natur.
Diese Beispiele sollen zeigen, neue Technologien und KI sind kein Ersatz für Forstleute. Sie sind ihr Werkzeug, damit sich die Beschäftigten auf das Wesentliche konzentrieren können, nämlich auf den Schutz, auf den Umbau und auf die Pflege unserer Wälder.
(Zustimmung bei der SPD, bei der CDU und von Guido Kosmehl, FDP)
Also, Erkenntnisse haben wir genug. Wir müssen in die Umsetzung kommen. Lassen Sie uns also gemeinsam die richtigen Pflöcke einschlagen. - Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und bitte um Zustimmung zu unserer Beschlussempfehlung. - Vielen Dank.