Dr. Tamara Zieschang (Ministerin für Inneres und Sport):
Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Wir werfen heute schon einen Blick auf eine Würdigung, die in wenigen Tagen erfolgen soll. In der nächsten Woche, am 17. September, erhält Gustav Adolf „Täve“ Schur, die größte Radsportlegende unseres Landes, aus den Händen des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff den Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt.
(Beifall bei der CDU - Zustimmung bei der LINKEN, bei der SPD und bei der FDP)
Das ist Anlass genug, um auch hier im Landtag seine herausragende sportliche Lebensleistung in den Blick zu nehmen. Das eine oder andere wurde schon gesagt.
Wir haben Anlass dafür, die herausragende sportliche Lebensleistung von Täve Schur auch heute hier im Einzelnen in den Blick zu nehmen. Das eine oder andere wurde von dem Abg. Herrn Silbersack schon gesagt.
Täve Schur wurde vor mehr als 94 Jahren in Heyrothsberge geboren, wo er bis heute lebt. Nach seiner Ausbildung zum Fahrrad- und Motorradmechaniker begann er seine Radsportlaufbahn in einer Betriebssportgruppe der Bauunion Magdeburg. Schon sehr früh zeichnete sich ab, dass hier ein außergewöhnliches Talent auf zwei Rädern unterwegs war.
Im Jahr 1951 gewann er den Radmarathon „Rund um Berlin“ und wurde erstmals DDR-Meister in der 100 km-Mannschaftszeitfahrt. Nur wenige Jahre später feierte er seine größten Triumphe. Im Jahr 1955 war er der erste Deutsche, der die Internationale Friedensfahrt gewann; er wiederholte diesen Erfolg im Jahr 1959. In den Jahren 1958 und 1959 wurde er zudem Amateurweltmeister im Straßenrennen, eine bis dahin unerreichte Leistung.
Mit sechs DDR-Meistertiteln im Straßeneinzelrennen und vier Gesamtsiegen bei der DDR-Rundfahrt wurde er zum vielseitigsten Straßenradfahrer seiner Zeit. Bei den Olympischen Spielen im Jahr 1960 in Rom errang er als Mitglied der gesamtdeutschen Mannschaft mit seinen Teamkollegen die Silbermedaille im Mannschaftszeitfahren. Zum Auftritt bei der Weltmeisterschaft 1960 auf dem Sachsenring und dem Ursprung des Mythos Täve hat der Abg. Herr Silbersack schon ausgeführt. Seine sportlichen Erfolge brachten ihm eine Popularität ein, die ihresgleichen sucht. Neunmal wurde er zum Sportler des Jahres in der DDR gewählt.
Täve Schur ist bei aller Ambivalenz nicht nur eine Identifikationsfigur für seine Generation; er steht wie kein Zweiter dafür, dass größte sportliche Erfolge und Bescheidenheit kein Gegensatz sind.
(Beifall bei der CDU, bei der LINKEN, bei der SPD und bei der FDP - Zustimmung bei den GRÜNEN)
Noch mit weit über 90 Jahren stieg er aufs Rad, nimmt an Touren teil und zeigt, dass Sport ein Lebenselixier ist. Bis heute unterstützt er Vereine bei der Ausrichtung von Sportveranstaltungen und bringt sich als Ehrenpräsident in den Landessportbund ein.
Am 17. September 2025 erhält Gustav Adolf Schur den Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt. Diese hohe Auszeichnung würdigt seine sportlichen Leistungen und sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement. - Vielen Dank.