Andreas Silbersack (FDP): 

Die Frage richtet sich an den Wirtschaftsminister. Heute besucht Lech Wałęsa, der Mitinitiator und Kopf der Solidarność-Bewegung von 1981 die Stadt Halle. Er wird in seinem Vortrag sicherlich auch auf das Zukunftszentrum sowie auf die Potenziale, die sich damit für Sachsen-Anhalt, Deutschland und Europa ergeben, eingehen.

Meine Frage, Herr Wirtschaftsminister Schulze, lautet: Welche Ideen und Vorstellungen aus wirtschaftspolitischer und touristischer Sicht gibt es im Wirtschaftsministerium zur Begleitung des Prozesses des Zukunftszentrums, das entstehen wird? Wo sehen Sie Impulse, die durch das Land gesetzt werden können?


Präsident Dr. Gunnar Schellenberger: 

Herr Minister, bitte. 


Sven Schulze (Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten): 

Vielen Dank für die Frage. Zunächst freue ich mich, dass Lech Wałęsa heute Halle besucht. Mit seinem Sohn Jarosław bin ich persönlich befreundet. Wir waren Kollegen im Europäischen Parlament. Die Frage zum Thema Zukunftszentrum passt sehr gut zum heutigen Tage. Es ist ein historisches Datum. Über das Zukunftszentrum haben wir intern, in größerer Runde und auch öffentlich schon oft diskutiert, auch über die Chance für uns. Es gibt viele Bereiche, in denen wir das Zukunftszentrum als Chance sehen. Auch als Tourismusminister sehe ich es als sehr großen Mehrwert für dieses Land Sachsen-Anhalt.

Von der Bundesregierung werden bis zu 1 Million Gäste am Zukunftszentrum erwartet. 1 Million Menschen werden erwartet. Selbst wenn es nur halbe Million Gäste sein werden, wäre dies für uns ein riesiges Potenzial an Menschen, die nach Halle kommen werden. Sie werden nicht nur aus den Nachbarbundesländern kommen, sondern sie kommen sehr wahrscheinlich aus ganz Europa, vielleicht aus der ganzen Welt. 

Jeder, der sich einmal das Solidarność-Center in Danzig anschauen konnte und gesehen hat, was man mit einem solchen Zentrum bewegen kann, nicht nur wissenschaftlich, sondern auch touristisch und historisch, der weiß, dass wir eine solche Chance auch in Halle bekommen.

Ich habe mich deshalb nicht nur über die Zusage gefreut, sondern bspw. auch sehr schnell Kontakt zum Landestourismusverband und zu anderen Institutionen aufgenommen. Denn ich denke, die Möglichkeiten, die sich durch das Zukunftszentrum ergeben, sollten wir nutzen, um die Menschen, die dann nach Halle kommen, auch mit anderen Möglichkeiten touristisch zu versorgen. Wir haben im Großraum Halle den Geiseltalsee. Wir haben die Arche Nebra. Wir haben das Bauhaus in Dessau. Wir haben die Lutherstadt Wittenberg. Wir haben Pömmelte. In diese touristischen Ziele haben wir als Land in den letzten Jahren viel Geld investiert, um die kommunale Ebene zu unterstützen, aber auch um das Land attraktiver zu machen. 

Wir werden uns auf den Weg machen und ein Konzept erstellen, um die Touristen, die vielleicht für einen Tag nach Halle kommen, länger im Land zu halten und dafür zu sorgen, dass die anderen Attraktionen, die im Moment auch gute Besucherzahlen aufweisen, noch besser besucht werden. Aktuell sind fast 9 Millionen Übernachtungen in Sachsen-Anhalt zu verzeichnen. Ich habe das Ziel ausgegeben, dass diese Übernachtungszahl zweistellig wird. Dieses Ziel können wir auch durch das Zukunftszentrum erreichen. Das heißt, durch das Zukunftszentrum werden wir die Attraktivität Sachsen-Anhalts erhöhen. 

Ich denke, das ist eine gute Möglichkeit. Ich erwarte auch, dass die Gäste, die gezielt nach Halle kommen, um das Zukunftszentrum zu besuchen, ein großes Interesse haben, viele andere Dinge und Attraktionen im Land zu sehen. Ich möchte auch einmal Danke sagen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Halle ist aus meiner Sicht in dem Bereich, den ich zu verantworten habe, außerordentlich gut. Zu nennen ist bspw. der Bürgermeister Geier. Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. 

Ich denke - an dieser Stelle sind Sie als Haushaltsgesetzgeber gefordert  , dass es auch die Möglichkeit gibt, die eine oder andere Herausforderung, die vielleicht auf die Stadt zukommt, gemeinsam mit dem Land vernünftig zu lösen.