Dr. Katja Pähle (SPD):

Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen!

(Unruhe)

Das Thema Pubertätsblocker für Minderjährige oder insgesamt der gesamte Bereich Transgender ist ein sehr spezieller. Und vielleicht wäre es gut, wenn tatsächlich Menschen darüber auch hier debattieren würden, die wissen, worum es geht. Deswegen bin ich der Kollegin Sziborra-Seidlitz sehr dankbar. Sich in diese medizinischen Bereiche einzufinden, hat nichts damit zu tun, dass man sich im privaten Bereich vielleicht auch als Bundestrainer der Nationalmannschaft empfiehlt oder der Meinung ist, man könne sowieso immer alles besser und auch besser beurteilen.

(Zustimmung bei der SPD)

Es sind schon viele Sachen gesagt worden, die in Ihrem Antrag durcheinandergehen. Ich möchte noch einmal kurz zitieren, was Sie sagen, nämlich dass solche Projekte wie das Regenbogenportal die Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten beeinträchtigen. Sie gehen also davon aus, dass junge Menschen, die für sich selbst feststellen, dass sie im falschen Körper geboren worden sind, nicht eigenverantwortlich agieren und dass sie nicht gemeinschaftsfähige Menschen sein können. Ganz ehrlich: Das ist an Niedertracht überhaupt nicht mehr zu überbieten.

(Zustimmung bei der SPD - Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Das haben wir überhaupt nicht gesagt!)

Ich sage Ihnen ganz deutlich: In der Bundesregierung werden gerade und seit einiger Zeit notwendige und richtige Schritte gegangen. Zum Beispiel ist der richtige Schritt gegangen worden, dass seit Mai 2001 das Gesetz in Kraft ist, das es verbietet, bei Neugeborenen, die nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen sind, eine geschlechtliche Anpassung nach Gutdünken der Ärzte oder der Eltern vorzunehmen. Das ist ein großer Gewinn.

(Zustimmung bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN)

Die vergangenen Jahrzehnte, in denen das praktiziert wurde, haben unglaubliches Leid über Menschen gebracht. Auch für diese Menschen ist die Gabe von Pubertätsblockern notwendig. Und weil das so ist, ist es gut, dass das tatsächlich eine Entscheidung von Fachmenschen ist, von Ärztinnen und Ärzten,

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

von Psychologinnen und Psychologen. Was wir brauchen, ist mehr Beratung, mehr Offenheit für dieses Thema, mehr ermöglichen, um sich beraten und einfinden zu lassen, für die Kinder genauso wie für die Eltern.

Ich sage Ihnen deutlich: Solange es nicht eine Selbstverständlichkeit für einen Vater ist, auf die Frage, wie es seiner Tochter geht, voller Stolz sagen zu können, dass sie die Liebe ihres Lebens gefunden hat und ihre Partnerin heiraten wird, oder ein Vater nicht voller Stolz davon berichtet, dass sein Sohn jetzt endlich mit seinem Lebenspartner den Bund der Ehe eingegangen ist, solange all das keine Selbstverständlichkeit ist, werden wir noch viel zu tun haben.

(Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Wir reden über etwas ganz anderes!)

Wir werden da nicht nachlassen. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Zustimmung bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN - Unruhe)