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Dienstag, 19.11.2019

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16:30 Uhr Datum: 19.11.2019

Teilnahme der Landtagspräsidentin an der Verleihung des Demografiepreises 2019

Festsaal Palais am Fürstenwall, Hegelstraße 42, 39104 Magdeburg

Plenarsitzung

Bauen mit Popcorn anstatt Styropor?

Im Oktober 2017 hatte sich die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit einer Großen Anfrage an die Landesregierung gewandt. Inhalt: Energieeffizientes, ökologisches und ressourcensparendes Bauen und Sanieren in Sachsen-Anhalt. Die Antworten der Landesregierung wurden nun im Plenum diskutiert.

In der Großen Anfrage wurde dem Thema Energieeffizienz nachgegangen. Foto: Thomas Max Müller/pixelio.de

Cornelia Lüddemann (Grüne) erklärte, dass Thema „Wohngesundheit“ werde auch vor dem Hintergrund des derzeit stattfindenden Baubooms immer wichtiger. Grüner Leitgedanke sei dabei: „Auch Häuser können Bio“ – Häuser sollten CO2 nicht freisetzen, sondern binden, betonte Lüddemann. Die Große Anfrage habe gezeigt, dass Sachsen-Anhalt hier noch ganz am Anfang stehe, deshalb wollten die Grünen die Debatte über dieses wichtige Thema anstoßen.

Ökobilanz inklusive Produktion und Entsorgung

Für eine echte Öko-Bilanz müsste auch die Produktion und die Entsorgung der Baustoffe einbezogen werden. Auf dieser Berechnungsgrundlage benötige man rund 200 Jahre, um die Energiebilanz eines normalen Hauses zu kompensieren. Daher müsste unbedingt stärker auf nachwachsende Rohstoffe und Materialen gesetzt werden. Die Grünen wollten unkonventionelle Wege gehen, um ökologisches Bauen in Sachsen-Anhalt zu fördern, da es enormes Potential biete. Lüddemann verwies auf eine vielversprechende wissenschaftliche Studie, die Popcornplatten anstelle von Styropor erprobe.

„Bauherrenmappe“ und „Grünen Hausnummer“

Für eine erfolgreiche Energiewende müssten die Gebäude im Land energieeffizienter werden. Dabei sollte die öffentliche Hand eine Vorbildrolle einnehmen, räumte Energieministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert ein. Für private Hausbesitzer gebe es bereits verschiedene Möglichkeiten, um beim ökologischen Bauen oder Sanieren unterstützt zu werden. So wurde beispielsweise die „Bauherrenmappe“ erneuert. Eine weitere Maßnahme sei die Kampagne der „Grünen Hausnummer“ – ein Wettbewerb zur Auszeichnung kleiner, energieeffizienter Wohngebäude privater Eigentümer.

Größere Förderprogramme gefordert

Tobias Rausch (AfD) erklärte, die Grünen lebten in einer „ideologischen Blase“, da ihre Pläne in der Praxis viel zu teuer seien. Auf interessante Fragen, wie beispielsweise der Förderung privater Hauseigentümer, seien die Antworten in der Großen Anfrage ungenügend. Wenn man die Förderung nach energieeffizientem Bauen ernst meine, müssten von der Investitionsbank größere Förderprogramme aufgelegt werden. Ohne diese würde Bauen und Mieten einfach zu teuer.

Mehr Recycling-Baustoffe nutzen

Die historische Entwicklung der Baustoffe reiche von Holz über Stein und Beton bis hin zu Stahl, resümierte Dr. Falko Grube (SPD) und dies habe ökologische Auswirkungen. Aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten sollten viel mehr recycelte Stoffe zum Bauen genutzt werden. Die Ankündigung der Ministerin einen Leitfaden zum Bauen mit Recycling-Baustoffen herauszubringen, wird von seiner Fraktion begrüßt.

Erkenntnismehrwert der Anfrage eher gering

Guido Henke (DIE LINKE) schätzt den Erkenntnismehrwert aus der Großen Anfrage als gering ein und hätte sich teils weiterführende Fragen gewünscht. Auch eine Würdigung des Erreichten innerhalb der Wohnungswirtschaft wäre gut gewesen, ebenso konkrete Hilfen für Stadt- und Kommunalverwaltungen. Für ihn steht fest, auf diese Weise könne sozialökologisches Bauen nicht aus seiner Nische herausgeholt werden.

Landesregierung auf gutem Weg

Das Thema sei im Koalitionsvertrag auf Landes- und Bundesebene verankert. Demnach soll die energetische Sanierung im Land fortgesetzt und der Energieverbrauch weiter gesenkt werden, sagte Detlef Radke (CDU). Die Große Anfrage zeige, dass es gute Pläne für die Zukunft gebe und bereits 60 Prozent der Kosten von Baumaßnahmen zur Energieeinsparung und Umweltentlastung der Gebäudeenergieeffizienzerhöhung aufgebracht werden. Kritischer zeigte sich Radke beim Bau mit ökologischen Stoffen, aufgrund der deutlich höheren Kosten, die sich dann auch auf die Miete auswirken würde.

Am Ende der Großen Anfrage wurden keine Beschlüsse gefasst .