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Plenarsitzung

Schlagworte, Abstracts und Co.

21. Sep. 2015

Rund 130 Beschäftigte arbeiten in der Landtagsverwaltung. Zwölf von ihnen stellen wir Ihnen in einer Reihe vor und blicken monatlich einer Kollegin oder einem Kollegen über die Schulter. 

Wissen Sie, was ein Parlamentsthesaurus ist? Nein, kein neu entdeckter oder besonders alter Dinosaurier, sondern eine Art Synonymwörterbuch für Parlamentsbegriffe. Mittlerweile enthält es etwa 35 000 Schlagwörter und alle Dokumentare der 16 deutschen Landesparlamente und des Bundestags arbeiten damit, erzählt Andrea Link-Köster, Sachgebietsleiterin Dokumentation im Landtag von Sachsen-Anhalt.

Bei der Arbeit: Andrea Link-Köster, Sachgebietsleiterin Dokumentation im Landtag von Sachsen-Anhalt. Foto: Stefanie Böhme

Erster Schritt: Beratungsvorgang anlegen

Diese Schlagwörter sind so wichtig, weil sie dem Nutzer der Parlamentsdatenbank per Mausklick helfen, möglichst schnell genau das Dokument, dieses Gesetz oder die eine Rede zu finden, nach der er oder sie sucht. „Jeder Mensch tickt anders, wenn er etwas sucht, hat andere Assoziationen. Mit Hilfe der Schlagwörter ermöglichen wir unseren Nutzern, über ganz unterschiedliche Begriffe möglichst alles zum gleichen Thema zu finden“, erklärt die studierte Diplom-Bibliothekarin.

Auf dem Tisch von Andrea Link-Köster und ihren drei Kolleginnen landen täglich alle möglichen Drucksachen, Ausschussprotokolle, Berichte, Beschlüsse oder Gesetze. Dann muss zunächst ein Beratungsvorgang angelegt werden, dem später alle weiteren Dokumente hinzugefügt werden. Auf diese Weise kann beispielsweise der parlamentarische Weg eines Gesetzes lückenlos nachvollzogen werden, vom Entwurf bis zum Beschluss. Zu jedem Vorgang erstellt die Dokumentarin zudem eine inhaltliche Kurzbeschreibung (Abstract).

Dienstleisterin für Bürger/innen und Abgeordnete

„Mir macht es Spaß, Daten nach verschiedenen Kriterien strukturiert nachzuweisen, sodass sie hinterher wieder auffindbar sind“, beschreibt die 53-Jährige ihre Motivation. Seit 1993 arbeitet sie bereits im Landtag und versteht sich als Dienstleisterin für Bürger/innen und Abgeordnete. Neben einem gewissen politischen Interesse sei auch eine Portion Sprachgefühl hilfreich für ihren Job. Denn die Suche nach den richtigen Schlagworten sei manchmal ganz schön kompliziert. Schließlich gebe es von Zeit zu Zeit feine Nuancen in der Bedeutung eines Wortes.

In solchen Fällen diskutiert die 53-Jährige schon mal im Team, welches die besten Begriffe wären und wie sie miteinander in Beziehung gesetzt werden. „Denn hinter jedem Schlagwort müssen wir im Hintergrund eine Wortstruktur schaffen, damit der Nutzer über Verweise und Synonyme zu diesem Begriff kommt.“ Wenn es trotzdem einmal Probleme beim Ausfüllen der elektronischen Suchmaske im Internet gibt, dann „einfach in der Dokumentation anrufen, wir helfen gerne weiter“, versichert Andrea Link-Köster.

Telefonberatung inklusive

Neben der Arbeit an der eigenen Datenbank gehört auch der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Landesparlamenten zu ihren Aufgaben. So gibt es mit dem „Parlamentsspiegel“ eine gemeinsame elektronische Datenbank, die es ermöglicht, Vorgänge aus allen Bundesländern zu recherchieren. Auch hier muss natürlich auf den einheitlichen parlamentarischen Thesaurus zurückgegriffen werden, erläutert Link-Köster. Aber egal wie gewissenhaft sie und ihre Kolleginnen die Schlagwörter auswählen, ob sie wirklich richtig lagen, das entscheiden am Ende ganz allein die Nutzer, wenn sie das gesuchte Dokument gefunden haben.