Daniel Wald (AfD):

Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Jeder junge Mensch, der sich in unserem Land aus finanziellen Gründen gegen eine Ausbildung entscheidet, ist einer zu viel. Aus diesem Grund begrüßt meine Fraktion, dass das Vorhaben, eine Ausbildungsvergütung in diesem Bereich einzuführen, mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf nach viel zu langer Zeit endlich umgesetzt wird.

Das Versagen der Verantwortlichen bei der Bekämpfung des demografischen Wandels wird unsere Gesellschaft vor immense soziale Herausforderungen stellen. Eine gerechte Vergütung der Auszubildenden in der Pflege ist dabei sicherlich nicht die Lösung aller Probleme, aber sie ist ein Teil davon. Aus diesem Grund stimmt meine Fraktion dem Gesetzesentwurf zu.

Unser gesamtes Gesundheitssystem sowohl im Bereich der Vorsorge als auch im Bereich der Versorgung wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten massiv auf die Probe gestellt werden. Das gilt auch und insbesondere für die therapeutischen Gesundheitsberufe. Durch Angebote etwa im Bereich der Podologie oder Ergotherapie können Ärzte und Krankenhäuser entlastet werden und kann der wachsende Betreuungsbedarf einer alternden Gesellschaft auf eine breitere Basis bei den Heilberufen gestellt werden.

(Dr. Katja Pähle, SPD: Hä?)

Wir wissen aus der Erfahrung, nicht jedem Menschen ist es in die Wiege gelegt, sich im Bereich der gesundheitlichen Fürsorge zu engagieren. Wenn wir also die begrenzte Menge derer, die die Fürsorge für Patienten und Kranke zu ihrer Lebensaufgabe machen wollen, ins Verhältnis zum stetig wachsenden Bedarf in diesen Berufsfeldern setzen, so ist es vollkommen unverständlich, dass es auf Bundesebene bisher nicht einmal gelungen ist, eine Schulgeldfreiheit der entsprechenden Ausbildungen sicherzustellen.

(Beifall bei der AfD - Zuruf von der AfD: Jawohl!)

Wieder bleibt die Arbeit an den Ländern hängen. Wieder gibt es ein unwürdiges Geschacher um bürokratische Verantwortlichkeiten. Wieder werden Möglichkeiten verpasst, der Krise im Gesundheitswesen entgegenzuwirken.

Man kann nicht nicht kommunizieren, wusste schon der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick. Die Botschaft, welche die Bundesregierung durch ihre Untätigkeit an junge, hilfsbereite Menschen sendet, ist fatal: Wir haben keine Zeit für eure Probleme. Wenn ihr anderen helfen wollt, dann bezahlt gefälligst selbst dafür. Dieses Verhalten ist einer solidarischen Gesellschaft nicht würdig.

Meine Fraktion fordert die Landesregierung daher dazu auf, sich ein Beispiel an anderen Bundesländern zu nehmen und in der Sache rasch tätig zu werden.

(Tobias Rausch, AfD: Richtig!)

Aus diesem Grund stimmt meine Fraktion dem vorliegenden Antrag in der Drs. 8/2518 zu. - Vielen Dank.

(Beifall bei der AfD)


Vizepräsident Wulf Gallert:

Jetzt gibt es eine Intervention von Frau Sziborra-Seidlitz.

(Ulrich Siegmund, AfD: Oh!)

Bitte sehr.


Susan Sziborra-Seidlitz (GRÜNE):

Vielen Dank. - Sehr geehrter Herr Wald, Bezug nehmend auf den Satz, den Sie gesagt haben, dass nicht jedem das Pflegen in die Wiege gelegt sei, möchte ich im Interesse der beruflich Pflegenden antworten, es ist niemandem in die Wiege gelegt. Pflege ist eine Profession, das muss man lernen, und dazu braucht es Expertise.

(Zustimmung bei den GRÜNEN - Oh! bei der AfD)


Daniel Wald (AfD):

Das habe ich in meiner Rede doch erwähnt, dass es nicht jedem in die Wiege gelegt ist.

(Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE: Niemandem! - Dr. Katja Pähle, SPD: Niemandem!)

- „Nicht jedem in die Wiege gelegt.“

(Ulrich Siegmund, AfD: Na! Ihr müsst mal zuhören! - Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE: Es ist niemandem in die Wiege gelegt!)

- „Nicht jedem.“ Das können wir ja im Protokoll nachlesen.