Carsten Borchert (CDU):

„Unterschlupf“ hört sich gut an. - Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich hatte gehofft, der letzte Tagesordnungspunkt geht auch einmal mit einem Lächeln durch.

(Zuruf von der CDU: Ja!)

Einige Vorredner haben das vorgemacht.

(Daniel Roi, AfD: Wir lächeln!)

Es hat aber nicht geklappt. Herr Lippmann musste uns wieder erklären, wie die Welt aussieht.

(Zuruf von Daniel Roi, AfD)

Egal, wir können ihn nicht ändern. Ich wünsche ihm trotzdem frohe Weihnachten.

(Lachen bei der CDU)

„Lehrkräftemangel“ ist für mich das Wort des Jahres 2022.

(Beifall bei der CDU)

Es wird auch in den nächsten Jahren das Wort des Jahres bleiben.

(Ulrich Thomas, CDU: Jawohl!)

Ich denke, ich brauche nicht zu wiederholen, was ich gestern gesagt habe: Lehrer zu sein, ist eine Berufung,

(Zustimmung von Jörg Bernstein, FDP)

egal, ob ich Seiteneinsteiger bin oder ob ich direkt studiere.

Bei den Seiteneinsteigern spielt natürlich das Konzept eine ganz wichtige Rolle in unserem Land. Das haben meine Vorredner schon gesagt. Es sind in der Regel Personen, die wertvolle Vorerfahrungen aus ihrem Arbeitsleben mitbringen und diese in die Schulen einbringen können. Das ist eine tolle Sache.

Dass sie im pädagogisch-didaktischen Bereich kaum Erfahrungen haben, ist normal. Natürlich weiß unser Bildungsministerium das schon. Es hätte heute eigentlich keines Antrags gebraucht, um das noch einmal explizit hervorzuheben; denn meine Ministerin hat ausführlich erklärt, wenn Sie zuhört   danke!  , welche Maßnahmen wir in unserem Land schon unternehmen, und nicht nur unser Land, sondern auch die anderen 15 Bundesländer.

Natürlich wird es immer wieder Reserven geben. Und natürlich gibt es immer wieder konkrete Maßnahmen an den Schulen. Ich erinnere daran, dass die Seiteneinsteiger nicht nur im Kollegium geführt werden müssen, sondern auch bei den Eltern und bei den Schülern. Das ganze Paket muss stimmen. Ich glaube, dass es an den Schulen sehr, sehr ordentlich gemacht wird, individuell gemacht wird. Wenn dann die entsprechenden Fortbildungen stattfinden, dann habe ich keine Angst vor der Zukunft.

Ehemalige Kolleginnen und Kollegen dabei als Helfer einzusetzen, finde ich sehr, sehr positiv, aber in diesem Fall   falls hier mal Ruhe eintritt bei der SPD   stimme ich nicht mit meiner Ministerin darin überein, dass ehemalige Lehrerinnen und Lehrer erst einen Qualifizierungskurs machen müssen, um Seiteneinsteiger zu betreuen. Ich sage, dass diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die 40 Dienstjahre auf dem Buckel haben, zig Referendare betreut und gefördert haben, in der Lage sind, Seiteneinsteiger ohne eine Qualifizierungsmaßnahme zu betreuen.

(Zustimmung von Ulrich Thomas, CDU)

Das kostet wieder Zeit, das kostet Personal. Ich weiß nicht, welcher Beamte das wieder erfunden hat. Vielleicht kann sich unser Ministerium darüber Gedanken machen. Ich würde, wenn ich schon in Rente wäre, dem Staat nicht mehr dienen, wenn ich nochmal beweisen müsste, dass ich in 40 Jahren nicht in der Lage war, Referendare, Kollegen oder Schüler zu führen. Das passt nicht. Das muss man auch mal sagen dürfen.

(Zustimmung von Ulrich Thomas, CDU)

Ansonsten macht unser Ministerium alles, was möglich ist, um unseren Seiteneinsteigern die entsprechende Hilfe zu geben.


Präsident Dr. Gunnar Schellenberger:

Und ich gebe Ihnen die Hilfe, dass ich Ihnen sage, dass die Redezeit zu Ende ist. Sie können Ihren letzten Satz sagen.


Carsten Borchert (CDU):

Der letzte Satz: Seiteneinsteiger sind eine tolle Sache. Aber wenn Seiteneinsteiger unterrichten, dann muss das Studium für Leute, die Lehrer werden wollen, erst recht konsequent verändert werden. - Schöne Weihnachten.

(Zustimmung bei der CDU)