Eva von Angern (DIE LINKE):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. Vielleicht bin ich doch nicht die letzte Rednerin; denn eben ist die Innenministerin in den Saal gekommen.

Ich sage einmal, Frau Ministerin, Sie haben das Pech   nein, nicht das Pech, sondern das Glück; das ist Ihr Themenbereich  , dass Sie zu diesem Debattenbeitrag reden. Ich war bereits Anfang April im Gesundheitszentrum der Stadt Bitterfeld-Wolfen. Nicht erst seit Anfang April ist dieses Problem bekannt. Es ist präsent. Es gab auch schon weitere Gespräche mit der Innenministerin. Der Ministerpräsident soll schon einbezogen worden sein. Ich gehe natürlich grundsätzlich davon aus, dass Sie allumfassend informiert werden, bevor hier so eine Debatte stattfindet. 

Es zeigt sich, dass diese Debatte heute tatsächlich notwendig war. Wir haben nun einmal die absurde Situation   das ist nicht absurd, sondern das ist, glaube ich, auch ein Erfolg von Herrn Dr. R.  , dass die Fachkräfte schon da sind. Das ist also das, was wir uns wünschen, dass eine Geburtshilfestation, eine Frauenheilkundestation tatsächlich aufrechterhalten werden kann, weil die Fachkräfte dafür da sind. Meiner Kenntnis nach sind übrigens auch die Hebammen da. Meine erste Frage vor Ort war: Wie ist es denn mit den Hebammen angesichts des Hebammenmangels, den wir haben? Nein, auch das ist geschafft worden. 

Ich ziehe auch erst einmal den Hut davor, dass das so gelungen ist. Ich kann Ihnen sagen: Aus der Sicht einer Gebärenden ist es sehr gut, dass man nicht in den Zug steigen und noch 30 Minuten bis nach Leipzig fahren muss, sondern dass man vor Ort eine Klinik hat,

(Zustimmung bei der LINKEN)

in der man sein Kind zur Welt bringen kann.

Deswegen erwarte ich von Ihnen jetzt tatsächlich     Dabei geht es jetzt gar nicht um mich persönlich oder um meine Fraktion, sondern um die Frauen vor Ort. Die Frauen vor Ort erwarten von Ihnen, dass die Ärzte nicht wieder entlassen werden müssen, die dort tätig sind. Ich blicke jetzt zwar Sie, Frau Ministerin. An, aber ich erwarte dafür tatsächlich eine gemeinsame Lösung dieser Landesregierung. Ich erwarte, dass mit den Aktiven vor Ort, mit dem Landrat und selbstverständlich auch mit dem Gesundheitszentrum eine Lösung gefunden wird.

Zur Koalition bzw. zu Herrn Zimmer und zu Herrn Kosmehl kann ich nur sagen: Ihrem eigenen Antrag können Sie nicht zustimmen. 

(Zuruf)

Nach dem, was Sie hier gesagt haben, müssen Sie unserem Antrag zustimmen; denn in Ihrem Antrag steht nichts dazu, dass eine Lösung im Gesundheitszentrum in Bitterfeld-Wolfen herbeigeführt werden soll. Deswegen stimmen Sie unserem Antrag zu, wir nehmen Ihre Stimmen gern mit.

(Beifall bei der LINKEN)