Cookies helfen uns bei der Weiterentwicklung und Bereitstellung der Webseite. Durch die Bestätigung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.

Sonntag, 24.09.2017

Keine Termine vorhanden.

Plenarsitzung

Über Iltisse und Sumpfschildkröten

Etwa 300 Tagesordnungspunkte haben die Abgeordneten in dieser Legislaturperiode schon behandelt. Im Durchschnitt waren es 20 bis 30 unterschiedliche Themen pro Landtagssitzung. Seit der Landtagswahl im März 2016 und der darauf folgenden konstituierenden Sitzung am 12. April 2016 kamen die Abgeordneten schon in 13 weiteren Sitzungsperioden zusammen und diskutierten über Themen aus allen gesellschaftlichen Bereichen – von A wie Asylpolitik bis Z wie Zunehmende gesellschaftliche Verrohung und Gewalt. Auch „tierische Themen“ haben den Landtag der 7. Wahlperiode bereits intensiv beschäftigt.

Nach Recherchen der Landtagsdokumentare (Stand 28.6.2017) gibt es seit Beginn der 7. Wahlperiode 72 Vorgänge zu einzelnen Tieren im Landtag. Fotos: Wikimedia Commons; Foto Wolf: paukereks/pixelio.de

Wolf und Geflügelpest waren die Top-Themen

Die größte Aufmerksamkeit schenkten die Abgeordneten in den letzten 14 Monaten der Rückkehr des Wolfes und den damit verbundenen Gefahren für Menschen und Nutztierhalter. Ganz aktuell beschäftigt sich beispielsweise eine Kleine Anfrage des  Abgeordneten Jürgen Barth mit den „Rechtlichen Auswirkungen für die Jäger bei der Übernahme des Wolfes in das Jagdrecht mit ganzjähriger Schonzeit“.  Außerdem gab es mehrere Anträge aus den Fraktionen zum Thema Wolf und im Februar 2017 eine Aktuelle Debatte darüber, wie ein „Praxistaugliches Wolfsmanagement“ aussehen könnte.

Neben dem Wolf war auch die Geflügelpest im ersten Jahr nach der Landtagswahl 2016 ein wiederkehrendes Thema für die Abgeordneten und Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert.  Bei der Geflügelpest (auch: „aviäre Influenza“  oder Geflügelgrippe genannt) handelt es sich um eine hochansteckende Viruskrankheit von Hühnern, Puten sowie Enten und anderem Geflügel. Nach Angaben des Ministeriums mussten in Sachsen-Anhalt von November 2016 bis März 2017 mehr als 42 000 Tiere getötet werden.

Auch der Schutz des Rotmilans, der Kormorane und der Großtrappe wurde vermehrt in den entsprechenden Ausschüssen und im Plenum behandelt. Ebenso ein Thema: das Fischsterben und die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

Am häufigsten wurden „tierische Themen“ seit Beginn der 7. Wahlperiode bis Ende Juni 2017 in Form von Kleinen Anfragen (36 Mal) behandelt. Grafik: Landtag; Fotos: Wikimedia Commons; Foto Wolf: paukereks/pixelio.de

Daneben fanden auch Tiere den Weg in die Landtagsdokumente, deren Sorgen und Nöte sonst eher Randthemen sind. Dazu zählt beispielsweise die Europäische Sumpfschildkröte, die einzige Schildkrötenart, die natürlich in Mitteleuropa vorkommt. Ein Bericht des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (2015) spricht von 49 Beobachtungsdaten von Europäischen Sumpfschildkröten, meist vereinzelt entlang der Elbe. Davon beziehen sich 17 auf den Zeitraum vor 1990, 16 auf den Zeitraum bis 2000 und 16 auf den Zeitraum nach 2000, so die Experten. Die Europäische Sumpfschildkröte ist durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt.

Feuersalamander und Iltis in ernster Gefahr?

In einer mündlichen Anfrage brachte die Abgeordnete Lydia Funke (AfD) im Juni-Plenum 2017 eine Pilzerkrankung bei Feuersalamandern aufs Tableau. Medienberichten zufolge bestehe die Gefahr, dass ein aggressiver, aus Asien eingeschleppter Pilz die Population in Deutschland fast zum Aussterben bringen könnte. In den Niederlanden habe der Pilz das Tier bereits fast ausgerottet und auch in Belgien sei die Population stark zurückgegangen.

Unter der Überschrift „Der Iltis, das vergessene Tier“ hat sich der Ausschuss für Umwelt und Energie mit dem dramatischen Rückgang der Iltispopulation in Sachsen-Anhalt beschäftigt. In einem Bericht der Landesregierung ging es unter anderem darum, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um den Iltis-Restbestand vor dem Aussterben zu retten.

Große Anfragen zu Bienen und Feldhamster

Noch im Herbst dieses Jahres werden die Abgeordneten im Plenum vermutlich über Ergebnisse zweier Großer Anfragen diskutieren. Zum einen stellte die AfD-Fraktion eine Große Anfrage zum „Schutz des Feldhamsters“. Hintergrund ist der Streit um die Ansiedlung eines Industrieparks auf einem Gelände in Sangerhausen, auf dem geschützte Feldhamster leben. Zum anderen möchte die SPD-Fraktion wissen, wie sich der Bienenbestand und die Imkerei im Land entwickelt haben.