Hannes Loth (AfD):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Kollegen und Kolleginnen! Die Totalherbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat sind mittlerweile wortwörtlich in aller Munde. Die Debatte um diesen Wirkstoff ist gelinde gesagt sehr verengt, hochemotional und - wir haben es von den LINKEN gehört - oft unsachlich.

(Beifall bei der AfD)

Zu den Fakten gehört leider auch, wie ein Film über den Einsatz zum Beispiel von „Roundup“ in Argentinien deutlich zeigt, dass das Mittel, wenn es nicht ordnungsgemäß angewandt wird, zu schweren Schäden führen kann. Ebenfalls gehört zur Wahrheit, dass mit dem Mittel „Roundup“, das Sie vorhin beworben haben, oft Emotionen verbunden sind, die man der Firma Monsanto zufügt. Wenn man darüber nachdenkt, muss man sagen, dass diese Firma wieder mit dem bösen Genmais verbunden wird und eine Weltfirma darstellt, die alle Bauern mit patentiertem Saatgut unterjochen und abhängig machen möchte.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: So ist es!)

Denken Sie, Herr Striegel. Aber zu Ihnen kommen wir auch noch. - Auf der anderen Seite gehört auch zur Wahrheit, dass dank der Altparteien und der GRÜNEN der Diesel teuer ist und somit die Behandlung eines Feldes mit Spritzmitteln weitaus günstiger ist als die mechanische Unkrautbekämpfung, zum Beispiel mit einem Striegel - nicht dem GRÜNEN hier, das machen wir nicht, aber das Ackergerät.

(Beifall bei der AfD)

Ein Ausstieg aus dem Gebrauch von Glyphosat ist gesellschaftlich gewollt. Dieser Wunsch ist klar, und natürlich muss dem gefolgt werden. Aber wir können unsere Landwirte nicht ungebremst vor eine Mauer fahren lassen. Wie schon die Energiewende gezeigt hat, darf ein Ausstiegsprozess nicht überstürzt werden. Nein, er muss durchdacht schrittweise und kontrolliert erfolgen.

Wie das mit dem vorliegenden Antrag der LINKEN geschehen soll, kann man nur erahnen, da die Forderungen wie sehr oft fachlich nicht untermauert sind. Eine inhaltliche Zusammenarbeit mit den LINKEN, um im Rahmen des Wählerauftrages ein Problem zu lösen, ist leider nicht möglich, da offenbar ideologische Barrieren errichtet werden, die den LINKEN weitaus lieber sind, als das Volk zu retten. Darum werden wir zukünftig grundsätzlich keinem Ihrer Anträge mehr zustimmen oder überhaupt Beachtung schenken, wenn es darin weiterhin gravierende sachliche Mängel wie in diesem Antrag gibt.

Sie fordern im Antrag einen Leitfaden zur Minimierung des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Zu Ihrer Information: Es gibt seit Langem länderübergreifende Arbeitsgruppen, die sich genau mit diesen Strategien befassen. An dieser Stelle meinen Dank an Herrn Prof. Dr. Holz von der LLG und seine unterfinanzierten Arbeitsgruppen, die regelmäßig ein Pflanzenschutzberatungsheft herausgeben, in dem solche Strategien veröffentlicht werden - in Ostdeutschland zusammengefasst.

Sie fordern, dass Alternativen zum Glyphosat, zum Beispiel vielleicht das reproduktionstoxische Glufosinat oder andere Pflanzenschutzmittel, die auch im Ökolandbau angewandt werden, wie zum Beispiel Kupferpräparate, die wiederum Salze von Schwermetallen bilden und den Boden belasten, verstärkt gefördert werden. Man fragt sich, liebe LINKE: Haben Sie einen neuen Sponsor?

Damit - Herr Lange ist leider nicht mehr hier - noch einige Worte zu Ihrem rot-grünen Zukunftsgarten, für den Sie bei Frau Ministerin Dalbert sicherlich einige Schmusepunkte sammeln werden, weil Sie mit einer Pflanzenschutzsteuer und mit der ausschließlich ökologisch bewirtschafteten Art und Weise im Land vorwärtskommen wollen. Ich sage Ihnen, in Sachsen-Anhalt hängen 15 000 Arbeitsplätze an der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie, dem Hauptindustriezweig in diesem Land. Diese Arbeitsplätze werden von Firmen getragen, die hochqualifizierte Lebensmittel für den Weltmarkt herstellen und deshalb entsprechend nachgefragt werden. Wie wollen Sie diese Lebensmittelherstellung mit Ökolandbau bedienen?

Der Anstieg der Weltbevölkerung und damit die Nachfrage nach Lebensmitteln scheint Herrn Lange offenbar nicht bekannt zu sein. Stattdessen macht die LINKE die europaweit besten Ackerböden zu einer Spekulationswiese von Experimenten, die wir uns nicht mehr leisten können.

Im Übrigen: Woher nehmen Sie die Arbeitskräfte, die mit entsprechender Motivation und Leistung bei Wind und Wetter in diesem Ökogarten fachgerecht arbeiten? Haben Sie einmal durchkalkuliert, was an Bearbeitungsgängen mit entsprechender Arbeitsleistung zusammenkommt?

Als Fazit bleibt zu sagen, dass die Gesellschaft eine glyphosatfreie Landwirtschaft wünscht. Sie muss aber auch bereit sein, diese zu bezahlen. Reden wir darüber im Ausschuss. - Danke schön.

(Beifall bei der AfD)