Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Ich bin oft genug im Land, keine Angst.

(Zurufe von der CDU)

  Nee, nee, ich bin oft genug im ländlichen Raum unterwegs.

(Zurufe von den GRÜNEN und von der CDU)

  Nein, fragen Sie mal Kollegin Brakebusch; sie hat mich erst am letzten Wochenende auf dem Lande gesehen. - Vielen Dank, Herr Präsident. Entschuldigung, dass ich jetzt vorgegriffen habe. Ich frage Sie deshalb jetzt ganz offiziell, ob ich das Wort erhalten darf.


Vizepräsident Wulf Gallert:

Jetzt geht‘s los. Sie müssen sich beeilen; denn Sie haben nur zwei Minuten.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine Damen und Herren! Wieder einmal beschäftigen wir uns im Plenum mit dem Thema Wolf. Lassen Sie mich gleich zum Beginn eines klarstellen: Nach Aktueller Debatte, vielen Kleinen Anfragen, Ausschussdiskussionen folgt nun die Große Anfrage. Spätestens jetzt sollten eigentlich alle mitbekommen haben, dass der Wolf nicht wieder angesiedelt wird, sondern zurückgekehrt ist.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

Das ist der entscheidende Unterschied, den ich hier nochmals ganz deutlich machen möchte. Wir stehen hier in der Verantwortung, Klarheit zu schaffen und nicht durch falsche Begriffsverwendungen für Verwirrung zu sorgen.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

Aber kommen wir zur Großen Anfrage. Im Großen und Ganzen hat die Große Anfrage viele wichtige Informationen gebracht, jedoch keine neuen Erkenntnisse, die zu einer Veränderung der bisherigen Positionen führen. Es gibt dennoch Handlungsbedarf.

Was wir aufmerksam im Blick haben müssen, ist die Tierhaltung, insbesondere die Schafhaltung. Unbestritten ist, dass der Wolf wirtschaftlich zusätzlich Druck verursacht. Deswegen müssen wir darüber diskutieren, wer in Zukunft entschädigt wird, brauchen also Klarheit bei der Entschädigungsrichtlinie. Wir müssen eventuell die Höhe der Entschädigung anpassen und die Schnelligkeit, wie die Entschädigungen dann ausfallen, um auch die Haushaltsmittel für das Jahr 2019 realistisch einstellen zu können.

Es gibt weiteren Handlungsbedarf. Damit komme ich auf den Beginn meiner sehr kurzen Rede zurück. Es liegt an uns, die Menschen im Land aufzuklären und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wolfskompetenzzentrums in ihrer Arbeit zu unterstützen, anstatt die Institution ständig infrage zu stellen.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Wolfskompetenzzentrums gebührt unser Dank.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

Sie haben innerhalb relativ kurzer Zeit ihre Aktivitäten hochgefahren. Die Informationsangebote zum Verhalten des Wolfes, zu Rissentschädigungen und zu Präventionsmaßnahmen werden die Diskussion in Zukunft versachlichen. Einfach ist der Job nicht. Aber ich bin froh, dass wir hier in diesem Jahr mehr Professionalität bekommen haben. Sachsen-Anhalt ist mit dem Kompetenzzentrum Vorreiter und es ist gut, dass die Ministerin das Wolfskompetenzzentrum eingerichtet hat. - Vielen Dank.

(Beifall bei den GRÜNEN)


Vizepräsident Wulf Gallert:

Herr Aldag, Sie haben Glück, Herr Harms hat eine Frage.


Uwe Harms (CDU):

Ich hatte ja schon die Ministerin auf den vorherigen Tagesordnungspunkt mit dem gemeinsamen KiFöG hingewiesen. Wie beurteilen Sie denn den Betreuungsschlüssel von fünf Mann im Wolfskompetenzzentrum für 70, 75 Wölfe? Halten Sie das für angemessen?


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Ich glaube, es ist noch viel zu wenig, um den Aufgaben dann entsprechend gerecht zu werden.