Jürgen Barth (SPD):

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Wiederansiedlung der Wölfe stellt uns ohne Zweifel vor große Herausforderungen. Wir haben uns ja im Landtag schon mehrfach mit diesem Thema beschäftigt und werden uns sicherlich auch in Zukunft weiter mit diesem Thema beschäftigen.

Ich denke im Gegensatz zur AfD, dass die Große Anfrage einen Wert hat, ein wertvoller Baustein ist, um die Transparenz beim Umgang mit dem Wolf zu erhöhen. Vergleicht man die Zahlen, die aus der Antwort der Landesregierung auf Frage 41 hervorgehen, mit Westpolen - 43 Rudel und zehn Paare - und Skandinavien - 41 Rudel und 29 Paare -, so stelle ich fest, dass wir für meine Begriffe in Deutschland ein Niveau erreicht haben - 47 Rudel und 22 Paare; die Zahlen variieren ja hier -, welches den Übergang vom Anhang 4 in den Anhang 5 der FFH-Richtlinie mehr als rechtfertigt,

(Zustimmung von Detlef Gürth, CDU, und von Andreas Schumann, CDU)

zumal eben zu berücksichtigen ist, dass Deutschland erheblich dichter besiedelt ist. Herr Gürth wies schon darauf hin.

Wichtig ist es, meine Damen und Herren, dass wir den Wolf auf Abstand zu uns Menschen halten.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)

Da darf es keine Kompromisse geben. Die Entnahme von verhaltensauffälligen Wolfen ist insofern zwingend geboten. Zum Schutz unserer Nutztiere sollten wir auch gegen Wölfe vorgehen, die sich darauf spezialisieren, Schafe, Kälber und jetzt auch Pferde anzugreifen.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)

Wir sind als Gesellschaft durchaus dazu bereit, die Wiederansiedlung der Wölfe zuzulassen. Es bedarf hierzu eines gezielten Managements - das ja im Aufbau ist - und in absehbarer Zeit der Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht. Es sollte auch ernsthaft geprüft werden, ob die Wiederansiedlung in bestimmten Gebieten auszuschließen ist, wenn abgesehen werden kann, dass das Konfliktpotenzial besonders hoch ist. Wie das funktionieren kann, weiß ich auch nicht. Aber ich denke, wir haben Fachleute, die uns das irgendwann einmal sagen können.

(Zustimmung von Daniel Roi, AfD)

Die Wiederansiedlung der Wölfe - das muss man auch hier in aller Deutlichkeit sagen - darf nicht dazu führen, dass die für unsere Landschaftspflege sehr wichtige Weidehaltung mit Schafen wegbricht.

Hier werden wir für die kommenden Haushalte nachsteuern müssen. Frau Ministerin,  im Gegensatz zu Ihnen denke ich, dass das Geld nicht reichen wird. Wir haben durch das Kuratorium für Technik und Bauwesen, landläufig bekannt als das KTBL, erst vor wenigen Tagen Kalkulationen veröffentlicht, welche von einem zusätzlichen Kostenaufwand für den Wolf von 150 bis 300 € je Hektar ausgehen. Wenn wir die Wiederbesiedlung der Wölfe zulassen, müssen wir die damit verbundenen Kosten tragen; das sind wir unseren Schäfern schuldig.

(Zustimmung bei der SPD)

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Wolfskompetenzzentrum Iden leistet - davon bin ich überzeugt - eine hervorragende Arbeit. Es trägt dazu trägt bei, Aufklärung und Hilfestellung für Tierhalter bei der Wiederbesiedlung der Wölfe zu leisten.

Durch eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Bundesländern und darüber hinaus kann und muss es uns gelingen, eine langfristige Akzeptanz des Wolfes als heimische Art in unserer Kulturlandschaft zu schaffen. Die Inhalte der Leitlinie Wolf sind hier ein guter Ansatz, dessen Umsetzung möglichst mit geringem bürokratischen Aufwand und mit einem konsequenten Management erfolgen muss. Gerade auch im Hinblick auf den Schadensausgleich müssen wir gewährleisten, dass dieser ohne Hürden zeitnah und umfänglich erfolgt.

Es gibt also eine ganze Reihe von Punkten, an denen wir weiter arbeiten müssen und die wir als Parlament gern begleiten werden. - Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei der SPD)