Dr. Katja Pähle (SPD): 

Vielen Dank, Herr Präsident. - Das ist ein Thema, bei dem im Bildungsbereich, glaube ich, zwischen allen Fraktionen große Einigkeit besteht. Der internationale Schüleraustausch sowohl in der Europäischen Union als auch darüber hinaus - die Ministerin hat die USA angesprochen - ist etwas, das, glaube ich, wahrscheinlich sogar alle hier im Hohen Haus befürworten werden.

Dabei geht es tatsächlich darum, sich den Horizont zu weiten, etwas anderes kennenzulernen als das, was man jeden Tag sowohl in Schule als auch - die Ministerin hat darauf hingewiesen: bei dem Jugendaustausch geht es nicht nur um Schülerinnen und Schüler - in seinem alltäglichen Umfeld erlebt. Es geht darum, dadurch etwas fürs Leben zu lernen, wie es so schön heißt. 

Sie finden in dem Alternativantrag der Koalitionsfraktionen genau die Unterstützung für diese Maßnahmen noch erweitert um den Punkt „Lehramt international“. Warum? - Wir wissen, dass der DAAD darum wirbt, dass insbesondere Lehramtsstudierende innerhalb ihres Studiums ins Ausland gehen. Jetzt wissen wir, dass das Lehramtsstudium sicherlich sehr spezifisch ist. Dennoch kann es auch in diesem Zusammenhang nicht schaden, die Nase tatsächlich auch einmal in andere Länder zu stecken, um zu erfahren, wie dort Lehrämtler auf ihren Beruf vorbereitet werden. 

Ich möchte deshalb um Zustimmung zu dem Alternativantrag der Koalition werben. Ich habe aber vielleicht noch eine Anregung für uns alle, die nicht in dem Alternativantrag zu finden ist. Wir wissen, dass wir in Sachsen-Anhalt Gemeinden haben, die - meistens jedenfalls - internationale Partnerregionen haben. Lassen Sie uns an der Stelle über unsere Gemeinden, unsere Kommunen doch einmal darüber reden, wie z. B. auch dort Partnerschaften aufgebaut werden können, die nicht nur über Schule funktionieren, sondern die tatsächlich Jugendliche zusammenbringen, damit man sich hier oder dort kennenlernt, miteinander Zeit verbringt und wie gesagt auch einmal in die Schuhe des anderen schlüpfen kann. Ich glaube, für das, was wir alle uns vornehmen, nämlich Sachsen-Anhalt zu einem weltoffenen und toleranten Land zu entwickeln, kann das nur gut sein. Deswegen glaube ich: Das ist eine Anregung, die wir alle mit in unsere Wahlkreise nehmen können, um dafür zu werben, dass das, auch ohne dass es allein über Schule stattfindet, funktionieren könnte und funktionieren müsste. 

(Zustimmung bei der SPD und von Jörg Bernstein, FDP - Ministerin Eva Feußner: Jawohl! Sehr gut!)


Präsident Dr. Gunnar Schellenberger:

Frau Dr. Pähle, es gibt eine Anfrage von Herrn Lange. 


Hendrik Lange (Die Linke): 

Frau Pähle, ich denke auch, dass der Gedanke des internationalen Austauschs großartig und wichtig ist, um sich kennenzulernen. Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, Europa richtig spürbar zu machen. Eine Idee war tatsächlich, dass jedem jungen Menschen mit 18 Jahren ein Interrail-Ticket in die Hand gedrückt wird und er beliebig eine Saison lang durch Europa reisen kann. Was halten Sie von dieser Idee?

(Minister Sven Schulze: Sehr gut! EVP-Position!)


Dr. Katja Pähle (SPD): 

Herr Lange, ich weiß, dass auch in diesem Jahr wieder ein größeres Kontingent von solchen Interrail-Tickets durch die Europäische Union quasi ausgegeben werden wird. Man kann sich dafür bewerben. Das wird nicht für jeden Jugendlichen reichen. Aber es ist ein guter Anfang, an der Stelle nämlich genau das zu tun: die Möglichkeit zu geben, und das manchmal auch ohne Programm, sondern tatsächlich aus eigener individueller Motivation heraus, sich die europäischen Nachbarinnen- und Nachbarländer anzuschauen, um tatsächlich zu schauen, wie das Leben dort ist.

Von der Warte her, glaube ich, hat die Europäische Union schon viel Gutes auf den Weg gebracht. Ich bin gespannt, ob diese Idee nach der Europawahl nicht nur fortgesetzt, sondern vielleicht auch ausgebaut wird. Ich bin mir sicher, dass wir viel davon profitieren können.